Kein Bock auf Krieg? – Leitfaden zur Kriegsdienstverweigerung
Worum geht’s eigentlich?
Seit dem 1. Januar 2026 gelten die Regelungen zum neuen Wehrdienst. Alle jungen Menschen (Männer und Frauen), die nach dem 01.01.2008 geboren wurden, erhalten nach dem 18. Geburtstag einen Brief zugesandt. In diesem Brief der Bundeswehr gelangt man über einen QR-Code zu einem Onlinefragebogen. Junge Männer sind verpflichtet, den Fragebogen auszufüllen. Für Frauen ist die Beantwortung freiwillig. Nach dem Ausfüllen des Fragebogens werden alle einer verpflichtenden Musterung unterzogen.
Hier findest Du eine Schritt-für-Schritt Anleitung für die Verweigerung. Diese Anleitung ersetzt keine professionelle Beratung.
Schritt 1: Antrag auf Kriegsdienstverweigerung nach der Musterung
Dieser Satz muss an den Anfang:
„Hiermit verweigere ich den Kriegsdienst aus Gewissensgründen und berufe mich dabei auf das Grundgesetz Artikel 4 Absatz 3.“
Art. 4 GG
(1) Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.
(2) Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.
(3) Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden. Das Nähere regelt ein Bundesgesetz.
Du musst deine Verweigerungschriftlich begründen:
In Deiner Begründung musst Du darlegen, warum Dir Dein Gewissen zwingend verbietet, einen Dienst mit der Waffe zu leisten. Das musst Du auf Dich individuell beziehen. Schreibe immer in der „Ich“-Form! Mögliche Gründe: moralisch-ethisch, religiös, Lebensereignisse.
ACHTUNG: Politische Gründe werden im Antrag immer abgelehnt! Vermeide außerdem Standardformeln oder KI.
Es geht um DEIN Leben! Lass Dich beraten von Organisationen zur Kriegsdienstverweigerung und nutze die Online-Hilfe des BSW.
Schritt 2: Deinen Lebenslauf hinzufügen
Wichtig und vollständig: Alle wichtigen Lebensdaten. Mindestens Geburtstag und-Ort, aktueller Wohnort, Adresse, Telefonnummer, Familienstand, Konfession, Schule, Ausbildung, Beruf und Ereignisse, die in Bezug zu Deiner Verweigerung stehen.
Schritt 3: Abschicken
Schicke alles zusammen an das nächstgelegene „Karrierecenter“ der Bundeswehr per Einschreiben mit Rückschein, damit niemand sagen kann, es wäre nichts angekommen.
Schritt 4: Anerkennung oder Widerspruch
Dein Antrag wird jetzt beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben geprüft. Es kann mündliche oder schriftliche Nachfragen geben. Bei Ablehnung lege unbedingt schnellstens Widerspruch ein und bei erneuter Ablehnung ggf. Klage.
Fristen beachten!
Unter den folgenden Links findet Ihr weitergehende Informationen und Beratungsmöglichkeiten zum Thema Kriegsdienstverweigerung:
https://grundrecht-kdv.de/
Deutscher Friedensrat
IDK
DFG-VK
Evangelisch-reformierte Kirche
Kirchliche Beratungsangebote
Was passiert, wenn ich den Onlinefragebogen nicht ausfülle oder darin nicht die Wahrheit sage?
Wenn Männer ab 18 Jahren den Online-Fragebogen nicht innerhalb eines Monats wahrheitsgemäß ausfüllen, begehen sie eine Ordnungswidrigkeit. Das kann mit einem Bußgeld bestraft werden. Das Ausfüllen ist für alle Männer verpflichtend, auch wenn sie keinen Dienst leisten möchten.
Muss ich zur Musterung?
Ja. Die Musterung dient dazu, zu prüfen, ob Du tauglich für die Armee bist. Du musst diese verpflichtende Musterung abwarten, sonst kann Dein Antrag auf Kriegsdienstverweigerung aus formalen Gründen abgelehnt werden.
Ist das BSW gegen die Bundeswehr?
Nein. Die Bundeswehr muss aber eine reine Verteidigungsarmee sein wie es im Grundgesetz steht. Im Ausland oder in Kriegseinsätzen hat sie Nix verloren. Das gefährdet unser Land und unsere Soldaten. Leider wurde die Bundeswehr zu einer NATO- und Interventionsarmee umgebaut. Das lehnen wir ab.
Ist das BSW die einzig konsequente Friedenspartei?
Ja. Leider. Seit einigen Jahren rüstet unser Land massiv auf und es steigt die Gefahr eines großen Krieges. Alle anderen großen Parteien von der Linken über die Grünen bis zur AfD befürworten diese Aufrüstung auf die eine oder andere Weise. Das BSW nicht. Wir meinen, es braucht dringend mehr Diplomatie, nicht mehr Waffen. Jeder junge Mensch, der vor diesem Hintergrund jetzt zur Bundeswehr geht, begibt sich in Gefahr.